Schleiss-Keramik

Ida Schwetz-Lehmann,  Schleiss Keramik
Ida Schwetz-Lehmann, Schleiss Keramik


Die Gmundner Hafnerkunst, die in Schönheit und Eigenart ihresgleichen suchte, brachte in zahlreichen Werkstätten erstklassische Erzeugnisse hervor. Viele Namen, wie Föttinger, Katzpeck, oder Eisenpeiß wurden durch Gmundner –Töpfermeister überliefert und führen uns bis in das 16.Jh zurück. Die erste Hochblüte war im 18 Jahrhundert durch die große Beliebtheit bestimmter Produkte. Besonders begehrt waren Mostkrüge in Birnenform, Godenschalen und Pitschen mit Schraubverschlüssen sowie Schüsseln aller Größen. Unglaublich war die Vielfalt, welche mit den vier Scharffeuerfarben, Kupfergrün, Kobaltblau, Manganviolett sowie Gelb, welche zur Verfügung standen, erreicht wurde. Franz Schleiss (1813-1887), Nachfolger des Hafnermeisters Ignaz Pott gelang es die seit Mitte des 19 Jh. die vom Sterben bedrohte Gmundner Töpferei neuen Auftrieb zu geben. Den Stil angepasst an einen neuen


Zeitgeist, arbeitete er bereits mit einer großen Farbvielfalt.
Leopold Schleiss (1853-1910) stellte neben den grüngeflammten Gebrauchsgeschirr grüngeflammte Kacheln her, bei denen er durch die Glasur eine besonders schönen Wirkung hervorbrachte, sodass Gabriel von Seidl, ein berühmter Münchner Architekt, bereits Ende des 19. Jahrhunderts Öfen für seine Bauten aus der Schleiss - Werkstätte bezog. Die zweite Hochblüte erfuhr die Gmundner- Keramik durch den Sohn Leopolds, Franz Schleiss und seine Gattin Emilie. Durch die begabten Kunsthandwerker wurde eine neue Stilform keramischer Gefäße und Plastiken geschaffen. Die daraus resultierenden Erfolge in aller Welt führten dazu, dass sich bekannte Künstler der Werkstätte anschlossen. Zunächst der hochbegabte Dagopert Peche. Weiters bestand eine enge künstlerische Verbindung zu


Josef Hoffmann und Michael Powolny, welcher viele Modelle für die Schleiss- Werkstätte schuf. 1917 kam es zur Gründung der keramischen Schule, um Nachwuchs auszubilden und welche direkt mit der Werkstätte in Verbindung stand. Michael Powolny wurde unter anderem durch seine Früchte tragenden Puttos sowie das aufbäumende Pferd in Künstlerkreisen berühmt. Eines der letzten Werke, das von der Schleiss- Werkstätte von Powolny erworben wurde, war der Ziegenbock mit den Trauben, welcher angelehnt an ein altes Brauchtum der Weinlese geschaffen wurde. Emilie Schleiss (Bildhauerin) schuf eine Vielzahl von volkstümlichen Trachtenfiguren, wie die Alt-Linzerin mit Goldhaube. Bekannte Maler, wie Professor Ernst August von Mandelsloh, Franz von Zülow und Ernst Huber schufen Entwürfe für die verschiedensten Wandteller. (Quelle: Schleiss Keramik, Justus Schmidt)

Ida Schwetz- Lehmann 1883 - 1971

Die am 26.4.1883 in Wien geborene Ida Schwetz Lehmann studierte von 1904-1911 an der Wiener Kunstgewerbeschule. In ihre Schaffenszeit folgte die Teilnahme an vielen verschiedenen Austellungen. 1910/11 Teilnahme an der Winteraustellung des Österreichischen Museums mit Keramiken wie, Dame auf Kanapee sitzend, Liebespaar in einer Laube und Gmundner Keramiken wie, Mädchen mit Blumenkorb und die Lautespielergruppe. Sie war Mitglied bei den 1911 gegründeten Keramische Werksgenossen. 1937 beteiligte sie sich mit Keramiken für die Wiener Werkstätte aber auch Modellen für die Porzellanmanufaktur Augarten an der Pariser Kunstgewerbeausstellung.
1926 erhielt sie den Preis der Stadt Wien (Hagenbundaustellung).
Ebenfalls schuf sie viele Modelle für "Keramos".
(Quelle: Wiener Keramik,Waltraud Neuwirth)

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